| Erziehungsarbeit |
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Bücher füllen die Regale, von antiautoritär bis totale Unterwerfung – in der Hundeerziehung ist alles zu finden! Durch viele Ausbildungen (meinerseits), x Büchern und vielen, vielen Hunden, die seit meiner Hundetrainerkarriere durch meine Hände gegangen sind hat sich für mich folgendes ergeben: 1. Es gibt keine Betriebsanleitung für die Hundeerziehung 2. Es kommt auf die Mensch – Hund – Passung an 3. Dem Alter entsprechend erziehen 4. Dem Charakter (Energielevel) entsprechend erziehen 5. Sitz, Platz, Fuß ist Dressur – nicht Erziehung! Zu 1) „Was mache ich wenn …… ??“ Das ist die am öftesten gestellt Frage, die ich von Hundebesitzern höre (womöglich noch am Telefon). Kann ich nicht sagen, wenn ich weder Mensch noch Hund kenne, wenn ich die Situation nicht genau beobachten kann und außerdem gibt es immer mehrere Lösungsmöglichkeiten. Zu 2) Heutzutage werden viel zu viele Hunde nach ihrem Aussehen bzw. ihrer Rasse genommen anstatt zu beobachten ob das Tier seinem Charakter nach zum jeweiligen Menschen passt. Natürlich ist es schwierig, schon beim Welpen zu erkennen, wie sich der Hund einmal entwickeln wird – doch gewisse Merkmale gibt es, die uns zeigen, ob ein Hund zu uns passt oder nicht. Und diese Merkmale sind nicht äußerlich!!! Egal ob er blaue Augen hat oder eine schöne Zeichnung – passen Mensch und Hund vom Wesen her nicht zusammen, sind Probleme vorprogrammiert. Zu 3) Erziehung beginnt von der ersten Minute an, die ein Hund in unserem Haushalt verbringt und muss stets dem Alter des Hundes angepasst werden – auch unsere Menschenkinder können nicht schon in der Volksschule Matura machen!! Allerdings muss andererseits auch dem Alter entsprechend gefordert werden, denn wer unterfordert ist, wird auch nicht glücklich. Zu 4) Ein ruhiger, ausgeglichener Hund braucht weniger Kraft in der Erziehung als ein hibbeliger. Je mehr Energie ein Hund hat, desto intensiver muss man sich ihm widmen und desto klarere Grenzen muss man ihm setzen. Auch ein ängstlicher Hund braucht wesentlich klarere Grenzen als ein ausgeglichener. Zu 5) Was ist der Unterschied zwischen Dressur und Erziehung? Erziehung sollte von der ersten Minute an beginnen, egal wie alt der Hund ist. Da kommt es darauf an, wie er sich in die Familie eingliedert, in welche Räume er darf, wem was gehört etc. Dressur hingegen ist, wenn der Hund schnell Sitz oder Platz macht, ordentlich an der Seite Fuß geht, sofort kommt wenn man ihn ruft und sich dann (womöglich ordentlich und gerade) vor einen hin setzt. Mit dem Menschen verglichen: Erziehung sind die Umgangsformen, Dressur das 1x1 oder weitere Bildung. Grenzen müssen gesetzt werden, beim einen reicht ein etwas strengerer Ton, beim anderen muss man schon etwas mehr Nachdruck geben – eines ist auf jeden Fall unangebracht: jegliche Form von Gewalt! Was ist Gewalt? Lt. Brockhaus: „die Anwendung von physischem und psychischem Zwang gegenüber Menschen. Die Gewalt umfasst 1) die rohe, den Sitten und Recht verstoßende Einwirkung auf Personen, 2) das Durchsetzungsvermögen in Macht- und Herrschaftsbeziehungen“ Auf Hunde bezogen: ein Einwirken zur falschen Zeit und in zu hohem Maß. Ich will auf keinen Fall, dass ein Hund Angst vor mir hat, aber er muss Respekt haben! Auf dieser Basis kann man eine gute Partnerschaft aufbauen. Grundvoraussetzung ist, dass ich als Hundehalter über das Wesen des Hundes Bescheid weiß – wie lernt er, wie sieht er die Welt, warum reagiert er wie etc. Grundsätzlich versuche ich, den Hund durch positive Motivation zu erziehen, doch es gibt kein ja ohne nein! Nur wer seine Grenzen kennt, freut sich auch über die Freiheit. Aber wie und in welcher Intensität auf welchen Hund eingewirkt werden muss, um ihm Grenzen zu setzen, kann nur der entsprechenden Situation gemäß gesagt werden. Eines muss von vornherein klar sein: Schlagen, die Schnauze in Exkremente tauchen, Aussperren etc. sind Verhaltensweisen, die im Tierreich nicht vorkommen, daher sind sie für den Hund völlig uneinsichtig und verunsichern ihn nur! Der Mensch muss lernen die richtige Körper- und Lautsprache zur richtigen Zeit einzusetzen, dann steht einer positiven Mensch – Hund – Beziehung nichts mehr im Wege! Viel Freude am Arbeiten wünscht euch Barbara |


